Glossar

GLOSSAR

A

Abendstern
Bezeichnung für den hellen Planeten Venus während seiner größten östlichen Elongation.

Abendweite
Der Abstand der untergehenden Sonne vom Westpunkt.

Aberration
Eine sehr kleine, scheinbare Verschiebung eines Sterns gegenüber seiner tatsächlichen Position am Himmel. Verursacht durch die Bewegung der Erde um die Sonne.

Abplattung
Abweichung von der Kugelgestalt, z. B. beim Planeten Jupiter. Der Anblick im Fernrohr ist leicht elliptisch.

absolute Helligkeit
Maß für die Leuchtkraft eines Sterns in einer angenommenen Standardentfernung von 10 Parsec (32,6 Lichtjahre).
Symbol: hochgestelltes M, z. B. +4,8M (absolute Helligkeit unserer Sonne in 33 Lichtjahren Entfernung).

absoluter Nullpunkt
Tiefste Temperaturgrenze (-273,16°C entspricht 0 Kelvin). Beginn der Kelvin- Temperaturskala, so dass der absolute Nullpunkt bei 0 Kelvin liegt.

Absorptionsspektrum
Licht, das durch kälteres Gas hindurchgeht. Im Spektrum beobachtet man dunkle Linien, die typisch für die absorbierenden Gase sind.

Achromat
Linsenkombination (aus 2 Gliedern unterschiedlicher Glassorten), welche zwei Farben in einem gemeinsamen Brennpunkt vereinigen kann, üblicherweise aus zwei Linsen bestehend.

Aerolit
Ein Meteorit, der eine Zusammensetzung wie Stein hat.

AE
Abkürzung für „Astronomische Einheit“. (engl. au). Entfernungsangabe im Sonnensystem.

1 AE = mittlere Entfernung Erde – Sonne = 149.597.870 km

AG
Astronomische Gesellschaft.

Airglow
Nachthimmelsleuchten. Bezeichnung für eine ständig vorhandene, sehr schwache Aufhellung des Nachthimmels. Wird durch verschiedene Prozesse in den oberen Atmosphärenschichten verursacht.

Akkredition
Bezeichnung für einen Prozess, bei dem ein kosmisches Objekt aus seiner Umgebung Materie aufsammelt und dadurch seine Masse vergrößert.

Akkretionsscheibe
Die mehrere Millionen Grad heiße Gasscheibe um ein so genanntes Schwarzes Loch. Beobachtbar im Röntgenlicht.

Albedo
Maß für das Reflexionsvermögen  der Oberflächen von Planeten und Monden.

Alte Sterne:
Bezeichnung für Sterne, die älter als 10 Milliarden Jahre sind.

Amplitude
Unterschied in Größenklassen zwischen maximaler und minimaler Helligkeit, z. B. eines Veränderlichen Sterns.

Anastigmat
Vom Astigmatismus freies optisches System.

Angström
Längeneinheit zur Messung der Wellenlänge des Lichts und anderer elektromagnetischer Schwingungen.

1 Angström entspricht einem Hundertmillionstel Zentimeter.

Anomalistisches Jahr
Z
eitraum zwischen zwei Durchgängen der Erde durch ihr Perihel. Jahreslänge 365,25962 Tage. Vgl. Tropisches Jahr.

Apastron
Der größte Abstand der Sterne eines Doppelsternsystems vom gemeinsamen Schwerpunkt.

Aphel
Fernster Punkt der Umlaufbahn eines Planeten oder anderen Körpers um die Sonne. Der geringste Punkt wird als Perihel bezeichnet.

Aplanat
Komafreies Objektiv.

Apochromat
Linsenkombination, welche drei Farben in einem gemeinsamen Brennpunkt vereinigen kann.

apochromatisch
Bezeichnung für Linsenfernrohre mit fast völliger Korrektur der apochromatischen Aberration.

Apogäum
Fernster Punkt der Umlaufbahn des Mondes oder eines künstlichen Satelliten um die Erde. Der Punkt mit dem geringsten Abstand nennt man Perigäum.

Apsidenlinie
Die Verbindungslinie zwischen Perigäum und Apogäum.

Äquatorsystem
Astronomisches Koordinatensystem mit Grundkreis Himmelsäquator und Himmelsnord- und –südpol. Siehe auch bewegtes Koordinatensystem.

äquatoriale Koordinaten
Ein Koordinatensystem zur Festlegung der Position eines Gestirns am Himmel. Grundkreis bildet der Himmelsäquator, die Koordinaten sind Rektaszension und Deklination.

äquatoriale (parallaktische) Montierung
Eine Teleskopausrichtung, bei der das Instrument parallel zur Erdachse ausgerichtet wird. Die Achsneigung der Polachse muss gleich der geographischen Breite des Beobachters sein.

Äquinoktikum (Tag- und Nachtgleiche)
Zweimal im Jahr durchquert die Sonne den Himmelsäquator, einmal nordwärts (21.März) und einmal südwärts (22.Sept.). An diesen Tagen sind überall auf der Erde Tag und Nacht gleich lang. Diese Schnittpunkte nennt man auch Frühlings- oder Herbstpunkt.
Präzession und Nutation ändern die Koordinaten der Gestirne ständig. Deshalb wird angegeben, für welchen Äquinoktialpunkt (Frühlingspunkt) Koordinaten gelten, z. B. 1950.0 oder 2000.0.

Asteroiden
Kleinplaneten, von denen sich die meisten zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter um die Sonne bewegen.

Astrometrie
Positionsastronomie, Zweig der Astronomie, welche sich mit der Messung der Positionen von Himmelskörpern befasst.

Aspekt
Winkelabstand zweier Planeten auf der Ekliptik:
0 Grad  =  Konjunktion
90 Grad  =  Quadratur
180 Grad  =  Opposition

Astigatismus
Bildfehler optischer Systeme. Außerhalb der optischen Achse werden Lichtpunkte nicht als Punkte, sondern als kleine Striche abgebildet. Fehlerhafte Optik zeigt diese Striche auch in der optischen Achse.

Astronomische Einheit
E
ntfernungseinheit im Sonnensystem. Entspricht der mittleren Entfernung der Erde von der Sonne, 149.565.800 Kilometer. Abkürzung AE.

Astronomische Refraktion
Durch die Strahlenbrechung in der Erdatmosphäre wird ein gestirn über seinen tatsächlichen Orrt am Himmel gehoben. Um den tatsächlichen Ort zu bekommen, muss an die beobachtete zenitdistanz eine Korrektur angebracht werden (= astronomische Refraktion).

Astronomisches Dreieck
Ein Gestirn, das sich nicht im Meridian befindet, bildet mit dem Zenit und dem Himmelsnord- oder –südpol ein shärisches Dreieck, das astronomische oder nautische Dreieck. Navigationshilfe auf See.

Atmosphäre
Gashülle von Planeten.

Auflösungsvermögen
Maß für die Sehschärfe eines Teleskops. Das Auflösungsvermögen gibt den Winkel an, unter dem zwei nahe am Himmel stehende Sterne gerade noch im Teleskop getrennt werden können. Das Maß hierfür sind Bogensekunden.

Auflösungsvermögen in Bogensekunden („) = 11,7 : Objektivdurchmesser in cm.

Äußere Planeten
Bezeichnung für die Planeten außerhalb der Erdbahn: Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.

Austrittspupille
Durchmesser des Lichtbündels, welcher aus dem Okular austritt. Wird das Teleskop auf eine helle Fläche gerichtet, sieht man dieses Strahlenbündel als hellen runden Fleck.

Wie errechnet man die Größe der Austrittspupille?
Es werden zwei Werte benötigt, das Öffnungsverhältnis des Teleskops und die Okularbrennweite.

Öffnungsverhältnis = Brennweite des Teleskops / Objektivöffnung
1200 mm / 150 mm = Öffnungsverhältnis f8.

Austrittspupille = Okularbrennweite / Öffnungsverhältnis
40 mm / 8 mm = Austrittspupille 5 mm.

Azimut
Zweite Koordinate im Horizontalsystem, die angibt, in welcher Himmelsrichtung ein Gestirn zu beobachten ist. Gemessen wird das Azimut in Grad, wobei Norden 0 Grad, Osten 90 Grad, Süden 180 Grad und Westen 270 Grad entspricht. Es gibt auch Zählungen die mit 0 Grad = Süden beginnen. Siehe auch Zenitdistanz.

azimutale Montierung (auch alt-azimutale Montierung)
Art und Weise, ein Teleskop so zu montieren, dass das Instrument in Azimut („horizontaler“) und Höhe („altitude“) bewegt werden kann. Um ein Gestirn im Teleskop zu verfolgen, muss dieses ständig um beide Achsen nachgeführt werden.

 

B

Bahnelemente
Größen, die die Bahn eines Planeten, Mondes oder Kometen bestimmen. Sie werden abgeleitet aus Beobachtungen der Position eines Gestirns am Himmel (z. B. Rektaszension und Deklination). Bahnelemente sind: die Perihelzeit, die große halbe Bahnachse, die numerische Exzentrizität, die Bahnneigung, der Abstand des aufsteigenden Knotens vom Frühlingspunkt, Abstand des Perihels vom aufsteigenden Knoten.

Bahnneigung
Bahnelement, das die Neigung zur Ekliptilk (Erdbahnebene) angibt.

Balkenspirale
Besondere Form einer Spiralgalaxie bei der zwei Spiralarme von einem zentralen Kern zunächst radial nach außen verlaufen („Balken“), dann meist scharf abknicken.

Baryonen
Elementarteilchen, die starken Wechselwirkungen unterliegen. Langlebige Baryonen sind nur Protonen und Neutronen.

Bedeckungsveränderlicher
Ein Doppelstern, dessen zwei Komponenten sich in solch einem Winkel um ihr gemeinsames Schwerkraftzentrum bewegen, dass sie sich – von der Erde aus gesehen – gegenseitig verdecken und dadurch einen periodischen
Lichtabfall verursachen.

Beugungsgitter
Dispergierendes (Licht zerstreuendes) Bauelement im Spektrografen (Giterspektrograf).

Bewegtes Äquatorsystem
Astronomisches Koordinatensystem mit Grundkreis Himmelsäquator und Himmelsnord- und –südpol. Der Frühlingspunkt, Nullpinkt der Koordinaatenzählung, nimmt an der täglichen Himmelsdrehung teil.

Big bang
Auch „Urknall“ genannt. Die frühe Entwicklungsphase des Universums.

Bogenminute
Der sechzigste Teil eines Grades. Sonne und Mond haben einen Durchmesser von etwa 30 Bogenminuten, dies entspricht einem halben Grad. Das Zeichen für eine Bogenminute = 1′.

Bogensekunde
Der sechzigste Teil einer Bogenminute und 3.600ste Teil eines Grades. Planeten haben scheinbare Durchmesser von wenigen Bogensekunden bis rund 1 Bogenminute.

Das Zeichen für eine Bogensekunde = 1″.

Bolometrische Helligkeit
Messung der scheinbaren Helligkeit mit einem für alle Wellenlängen gleichermaßen empfindlichen Strahlungsempfänger, z. B. Bolometer und Thermoelemente.

Brauner Zwerg
Sterne mit weniger als 0,08 Sonnenmassen. Thermonukleare Reaktionen sind bei ihnen wegen zu geringer Temperatur im Zentrum nicht möglich. Sie leuchten, weil sie langsam schrumpfen und freiwerdende Gravitationsenergie in Strahlung verwandeln.

Brennweite
Abstand (Länge in mm) zwischen dem Brennpunkt und dem Hauptpunkt des Objektivs bzw. des Hauptspiegels.

Bulge
Zentrale Verdickung einer scheibenförmigen Galaxie.


C

Cassegrain- Reflektor
Typ eines Spiegelteleskops (siehe Reflektor), bei dem das Licht des beobachteten Objekts vom Hauptspiegel auf einen konvexen Sekundärspiegel und dann durch eine Öffnung im Hauptspiegel nach hinten, zurück zum Okular, reflektiert wird.

CCD
Abkürzung für Charge-Coupled Device, Photonenempfänger auf Halbleiterbasis, z. B. Bestandteil einer CCD-Kamera.

CCD- Kameras sind hochempfindlich. Mit ihnen gelingt es, zu sehr schwachen Sternen vorzudringen, die bei gleicher Öffnung mit klassischer Fotografie nicht zu erreichen wären. Die Grenzgröße der zu beobachteten Gestirne wird somit weit hinausgeschoben. Die Datenflut ist entsprechend groß und erfordert meist geeignete Soft- und Hardware zur Speicherung und Bearbeitung. Ein weiterer Vorteil von CCD- Kameras ist, dass sie in einem größeren Spektralbereich empfindlich sind, als die Filme der klassischen Fotografie.

Cepheid
Delta- Cephei- Sterne sind physisch regelmäßig Veränderliche Sterne mit Perioden von einem bis etwa 150 Tagen. Es handelt sich bei ihnen um pulsierende Sterne, deren Helligkeitsvariation durch das rythmische Aufblähen der Sterne und die damit verbundene Veränderung der Oberflächentemperatur zustande kommt.

Die Cepheiden gehören zu den absolut hellsten Sternen im Universum. Aus ihrer Periode lässt sich über die für sie typische Perioden-Helligkeits-Beziehung auf ihre wahre Leuchtkraft schließen. Aus der Differenz zwischen beobachteter, scheinbarer Helligkeit und ihrer aus der Perioden-Helligkeits-Beziehung ermittelten wahren Leuchtkraft lässt sich ihre Entfernung bestimmen. Werden Cepheiden in Galaxien gefunden, so kann man die Entfernungen der Galaxien ermitteln. Cepheiden werden daher auch als „Leuchttürme des Kosmos“ bezeichnet.

chromatische Aberration
Optischer Fehler in allen Glaslinsen, der Farbfehler in der Abbilddung hervorruft. Entsteht dadurch, dass Licht der unterschiedlichen Wellenlängenbereiche ungleicher Brechung unterliegt: Z. B. wird blaues Licht  stärker als rotes Licht gebrochen und hat seinen Brennpunkt somit näher an der Linse als das rote Licht. Bei astronomischen Teleskopen ist das Objektiv aus Glaslinsen verschiedener Art (achromatische Linsen) zusammengesetzt. Dadurch können chromatische Aberration zwar reduziert, jedoch nicht völlig beseitigt werden.

Chromosphäre
Bereich der Sonnenatmosphäre über der hellen Oberfläche bzw. Photosphäre, jedoch unterhalb der äußeren Korona. Mit bloßem Auge nur während totaler Sonnenfinsternisse als feiner rosa Farbsaum sichtbar, wenn der Mond die Photosphäre bedeckt; mit speziellen Instrumenten ist eine Beobachtung jedoch zu jeder Zeit möglich.

Coelostat
Spiegelsystem, dass das Licht eines Himmelskörpers auf ein fest montiertes Fernrohr lenkt. Die tägliche Drehung der Erde und die Bildfelddrehung werden dabei kompensiert.

Coudé-Fernrohr
Ein Fernrohr, in dem mit Hilfe von Planspiegeln das Bild an eine Stelle projiziert wird, wo es unabhängig von der Stellung des Fernrohrs immer am gleichen Ort beobachtet werden kann.


D

Dämmerung
Die Zeit zwischen dem Sonnenuntergang und dem Eintreten der Dunkelheit am Abend und morgens die Zeit zwischen allmählicher Aufhellung des Himmels bis zum Sonnenaufgang.

Man unterscheidet zwischen bürgerlicher, nautischer und astronomischer Dämmerung.

Dämmerung, bürgerlich
Diese beginnt bzw. endet, wenn die Sonne 6 Grad unter dem Horizont steht. Nach Ende bzw. vor Beginn der bürgerlichen Dämmerung sind Arbeiten im Freien ohne künstliche Beleuchtung in der Regel nicht möglich.

Dämmerung, nautisch
Die nautische Dämmerung beginnt, wenn sich die Sonne in einer negativen Höhe zwischen 6 Grad und 12 Grad unter dem Horizont befindet. Bei der nautischen Dämmerung kann der Seemann noch die Kimm auf dem Meer erkennen (Horizontlinie – scheinbares Zusammentreffen der Meeresoberfläche mit der Himmelskugel).

Dämmerung, astronomisch
Die astronomische Dämmerung beginnt bzw. endet, wenn die Sonne 18 Grad unter dem Horizont steht. Nach Ende bzw. vor Beginn der astronomischen Dämmerung sind auch die schwächsten, mit bloßem Auge sichtbaren Sterne (Größenklasse 6 mag) prinzipiell beobachtbar.

Dämmerungsbögen
Sie entstehen durch Strahlen der noch unter dem Horizont befindlichen Sonne an Schichten der Erdatmosphäre. Der erste Dämmerungsbogen verschwindet bei Sonnenuntergang am Ende der bürgerlichen Dämmerung bzw. taucht bei Sonnenaufgang am Anfang der bürgerlichen Dämmerung auf.

Deep-Sky-Objekt
Gemeint sind in erster Linie Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, vor allem galaktische Sternhaufen und Galaxien.

Deklination
Eine Koordinate im Äquatorsystem, die den Abstand eines Gestirns vom Himmelsäquator im Winkelmaß angibt. Gestirne auf dem Himmelsäquator haben die Deklination 0 Grad. Nach Norden wird die Deklination positiv, nach Süden negativ, gezählt.

Dichtewellentheorie
Zur Erklärung der Spiralstruktur extragalaktischer Sternsysteme geht man von Dichtewellen aus, die interstellares Gas in bestimmten Regionen komprimieren. Die Sternentstehungsrate ist dort am größten, wo sich Dichtemaxima der interstellaren Materie befinden.

DLR
Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt.

Doppler-Effekt
Änderung der Wellenlänge von Schall- oder Lichtwellen, wenn sich die Strahlungsquelle und der Beobachter relativ zueinander bewegen. Die Wellenlänge wird zu kürzeren Wellenlängen hin verschoben, wenn sich die Lichtquelle auf den Beobachter zu bewegt (Blauverschiebung) und umgekehrt (Rotverschiebung).

Dreifachsysteme
Drei Sterne bilden ein Mehrfachsystem. Rund 80 Prozent aller Sterne sind Mitglieder von Doppel- und Mehrfachsternsystemen. Vermutlich entstanden die meisten Sterne in Doppel- und Mehrfachsystemen, weil hier die einfachsten Voraussetzungen für Energie- und Drehimpulserhaltung gegeben sind.

Dunkle Energie
Expansionsenergie des Weltraums. Die Dichte ist doppelt so groß wie die Dichte aus sichtbarer und Dunkler Materie zusammen.

Dunkle Materie
Über 80 Prozent der Materie im Kosmos ist dunkel. Ihre Teilchen sind noch unbekannt.

Dunkelwolken
Wolken aus Gas und Staub in der Milchstraße und anderen Galaxien, die nur deswegen sichtbar sind, weil sie das Licht der dahinter liegenden Sterne verschlucken.

Durchgang
Auch Vorübergang. Scheinbare Bewegung eines Gestirns über ein anderes hinweg, z. B. Merkurvorübergang vor der Sonne.


E

Edge-on-Galaxie
Eine scheiben- oder spiralförmige Galaxie, welche uns in Kantenlage erscheint.

Eigenbewegung
Fixsterne bewegen sich mit großen Geschwindigkeiten im Weltraum. Die Vorstellung von der Unbeweglichkeit (Fixstern!) ist falsch. Der Winkel der jährlichen Eigenbewegung ist klein (etwa 1/10 Bogensekunde und weniger).

Ekliptik
Die scheinbare Sonnenbahn an der Himmelskugel. In der Ekliptik erfolgt die scheinbare Wanderung der Sonne im Lauf eines Jahres als Folge des Erdumlaufs.

Ekliptikales System
Astronomisches Koordinatensystem mit dem Grundkreis Ekliptik und dem ekliptikalen Nord- und Südpol.

Elektron
Negativ geladenes, leichtes Elementarteilchen. Die Hülle der Atome bilden Elektronen.

Element
Elementarer Bestandteil der Materie. Besteht aus einer bestimmten Art von Atomen.

elliptische Galaxie
Eine Galaxie, die mehr oder weniger wie eine abgeplattete Ellipse aussieht.

Emission
Lichtabstrahlung durch Quantenübergänge in der Elektronenhülle von Atomen, in Atomkernen oder in Molekülen.

Emissionsnebel
Interstellare Gaswolke, die durch das Licht sehr heißer und sehr im intensiv ultravioletten Licht strahlender Sterne in der Nachbarschaft, zum eigenen Leuchten angeregt wird.

Emissionsspektrum
Hoch erhitzte dünne Gase senden Strahlung in ganz bestimmten Wellenlängen aus. Im Spektrum zeigen sich helle Linien.

Entweichgeschwindigkeit
Auch Fluchtgeschwindigkeit. Notwendige Energie zur Beförderung einer Masse, z. B. Raumsonde, weg vom Gravitationsfeld der Erde (Sonne) in den Weltraum.

Ephemeriden
Aus dem Griechischen, Bezeichnung für „Tagebuch“. Unter Ephemeriden versteht man Tabellen, in denen die Positionen der Gestirne von Tag zu Tag angegeben sind. Koordinaten eines Himmelskörpers für einen bestimmten Zeitpunkt z. B. täglich 0 Uhr.

Ephemeridenzeit (ET)
Die Gleichförmigkeit der Uhr ist nicht gegeben. Um die Unterschiede zwischen beobachteten und berechneten Werten zu berücksichtigen, wurde die Ephemeridenzeit geschaffen. Die Ephemeridensekunde ist definiert als der 31.556.925,974te Teil des tropischen Jahres für die Epoche 1900 Jan.0d12h ET. Siehe Verknüpfung mit der Internationalen Atomzeit.

Erdschatten
Bei Mondfinsternissen beobachtbarer Schatten der Erde. Am Schatten ist auch die Erdatmosphäre beteiligt.

ESA
European Space Agency.

ESO
European Southern Observatory.

ESOC
European Space Operation Centre.

Extinktion
Schwächung des Lichts eines Gestirns abhängig von seiner Höhe über dem Horizont und der Wellenlänge. In Horizontnähe leuchten Sterne, Sonne und Mond rötlich, weil das blaue Licht stärker als das rote gestreut wird.

Exzentrizität
Bahnelement, das die Größe der Bahn z. B. eines Planeten und ihre Abweichung von der Kreisbahn angibt.

F

Farben-Helligkeits-Diagramm
Ein Diagramm mit den scheinbaren Sternhelligkeiten auf der Ordinate und den Farbindices auf der Abszisse. Dient zur Alters- und Entfernungsbestimmung besonders von Sternhaufen. Abgekürzt FHD.

Farbindex
Maßzahl zur Bestimmung der Farbe eines Sterns.
Finsternis
Ereignis, bei dem ein Himmelskörper verfinstert wird. Es gibt zwei Arten der Verfinsterung:

Entweder tritt ein Himmelskörper in den Schatten eines anderen ein und wird dadurch verfinstert oder auch unsichtbar – oder – der Himmelskörper verdeckt einen anderen.

Finsternis-Jahr
Zeitraum zwischen zwei Durchgängen der Sonne durch einen bestimmten Mondknoten.

Flare
Plötzlicher Helligkeitsausbruch in der Atmosphäre der Sonne.

Flash-Spektrum
Das optische Spektrum der Chromosphäre kurz vor oder nach einer totalen Sonnenfinsternis.

Fluchtbewegung
Die Rotverschiebung im Spektrum der meisten Galaxien täuscht eine Fluchtbewegung vor. Aber nicht die Galaxien bewegen sich, sondern der Raum zwischen ihnen expandiert.

Fotosphäre
Siehe Photosphäre.

Frühlingspunkt
Schnittpunkt der aufsteigenden Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator. Wenn die Sonne den Frühlingspunkt passiert, beginnt auf der Nordhalbkugel der Erde der astronomische Frühling, dies ist jährlich um den 21.März.


G

Galaktische Koordinaten
Sie beziehen sich auf die Hauptebene des Milchstraßensystems und werden bevorzugt für galaktische und extragalaktische Objekte verwendet. Die galaktische Breite gibt den Abstand eines Objektes vom galaktischen
Äquator an. Die galaktische Länge wird in der Ebene des galaktischen Äquators gezählt. Im Sternbild Schütze bei Rektaszension 17h24,4m und die Deklination 28°55’ (Äquinoktium 1950.0) befindet sich der Nullpunkt des galaktischen Koordinatensystems.

galaktischer Nebel
Bezeichnung für interstellare Staub- und Gaswolke innerhalb unseres Milchstraßensystems (Galaxie).

Galaxien
Galaxien sind riesige Sternsysteme. Große Galaxien bestehen aus bis zu 300 Milliarden Einzelsternen sowie interstellarem Gas und Staub. Zwerggalaxien setzen sich nur noch aus wenigen Milliarden Einzelsternen zusammen.

Galaxienhaufen
Die meisten Galaxien gehören zu noch größeren Gebilden, den Galaxienhaufen. Kleinere Haufen haben einige Dutzend Milchstraßensysteme als Mitglieder, große Haufen mehr als 10.000 Mitglieder. Die Galaxienhaufen bilden im Universum noch größere Einheiten, die Superhaufen. Diese wiederum setzen sich aus Dutzenden bis Hunderten von Galaxienhaufen zusammen und haben Durchmesser von einigen hundert Millionen Lichtjahren.

Galaxis
Unser Milchstraßensystem. Die Galaxis zählt zu den großen Spiralgalaxien. Sie wird aus mehr als 100 Milliarden Sonnen gebildet, die den Raum einer großen, flachen Diskusscheibe einnimmt. Der Längsdurchmesser liegt bei ca. 100.000 Lichtjahren, die Dicke bei ca. 5.000 Lichtjahren, nahe dem Zentrum sind es ca. 20.000 Lichtjahre.

Geoid
Bezeichnung für die Erdfigur, weil die Erdoberfläche gebirgig geformt und von Tiefseebecken strukturiert ist. Das Geoid weicht von der Form des Rotationsellipsoides ab.

Geozentrisch
Betrachtungsweise des Weltbildes mit der Erde als Mittelpunkt.

Gesichtsfeld (Bildfeld)
Ausschnitt des Himmels, der durch ein Fernrohr gesehen oder fotografiert werden kann.

Gezeiten
Unterschiedliche Gravitations- und Zentrifugalkräfte, die Mond und Sonne auf die Erde ausüben, bewirkendie Gezeiten, in erster Linie Ebbe und Flut der Meere. Gezeiten sind auch in der Atmosphäre und im Erdkörper zu beobachten. Die Gezeiten verursachen eine Gezeitenreibung (Verlangsamung der Erdrotation).

Globulen
Turbulente Strukturen an Schockfronten zwischen massereichen, heißen Sternen und kühlerer, interstellarer Materie. Die erhöhte Dichte fördert die Bildung neuer Sterne.

Gran Telescopio Caanarias (GTC)
Sternwarte auf La Palma mit 10-m-Teleskop.

Gravitationskollaps
Zusammenbruch eines Neutronensterns, wenn seine Masse größere als 3,2 Sonnenmassen wird. Führt zur Verstärkung des Schwerkraftfeldes und zur Bildung eines „Schwarzen Lochs“.

Gravitationszentrum
Der größte und massereichste Körper eines Sonnensystems bildet das Gravitationszentrum,
z. B. unsere Sonne.

Granulation
Körnige Struktur der Sonnenoberfläche. Diese wird durch das Brodeln der Gasmassen an der Sonnenoberfläche hervorgerufen.

Grenzgröße:
Gibt an, bis zu welcher Helligkeitsstufe man noch Sterne sehen kann. Die Grenzgröße für das bloße Auge ist unter günstigen Sichtbedingungen (klare Nacht und dunkler Himmel) 6 mag. Mit einem guten Fernglas können Sterne bis 9 mag gesehen werden, mit einem größeren Teleskop Sterne bis 15 mag. Für fotografische Aufnahmen und elektronische Kameras verschiebt sich die Grenzgröße noch zu weit schwächeren Sternen.

Große, halbe Bahnachse
Bahnelement, das zusammen mit der numerischen Exzentrizität, Größe und Form der Bahnellipse, z. B. eines Planeten, beschreibt.

Größenklasse (magnitudo, abgekürzt M, mag oder m)
Die Helligkeitsstufen für die Gestirne. Die Skala ist ein logarithmisches Maß: ein Stern 2. Größe ist 2,512-mal weniger hell als ein Stern 1. Größe, der wiederum 100-mal heller ist als ein Stern 6. Größe. Die Schreibweise ist für die Helligkeit ein m (magnitudo), z. B. 6m für einen Stern 6. Größe.  Geschrieben wird auch 6 mag oder 6 M.

Große Mauer
Ansammlung von Galaxienhaufen im Weltall. Zwischen diesen Ansammlungen ist die Galaxiendichte gering. Die Galaxienhaufenansammlungen werden mit „Mauern“ oder „Wänden“ im Universum verglichen.
H

HII- Region
Heiße, interstellare Gaswolke, die hell leuchtet. Eingebettet in HII- Regionen sind heiße, junge, bläulich leuchtende Sterne mit hohen Oberflächentemperaturen, die ein intensives ultraviolettes Licht ausstrahlen und die umgebenden interstellaren Gas-Wolken so zum eigenen Leuchten, meist im roten Licht des Wasserstoffs, anregen (Emissionsnebel). Die Bezeichnung kommt von dem chemischen Zeichen H für Wasserstoff. Die römische Ziffer II bedeutet, dass der Wasserstoff ionisiert ist, dass also die Wasserstoffkerne (Protonen) ihrer Elektronen beraubt sind.

Halo
Heller Kreis oder Bogen um Sonne und Mond, verursacht durch Eiskristalle in der oberen Erdatmosphäre.
Halo der Galaxis: Kugelförmige Sternwolke um den Hauptteil der Galaxis.
Ein dunkler Halo besteht aus dunkler Materie.

Hauptreihenstern
Stern innerhalb der Hauptreihe im Hertzsprung-Russel-Diagramm, die von den blauen, hellen bis zu den roten, lichtschwachen Sternen reicht. Die meisten Sterne der Milchstraße haben auf dieser Reihe ihren Platz.

Heliozentrisch
Betrachtungsweise des Weltbildes mit der Sonne als Mittelpunkt.

Herbig-Haro-Objekte
Kleine Emissionsnebel, 10-mal größer als unser Planetensystem, als Form ausströmender Materie aus unregelmäßigen, veränderlichen Sternen. Möglicherweise ein Stadium bei der Entwicklung eines Planetensystems.

Herbstpunkt
Schnittpunkt der absteigenden Sonnenbahn (Ekliptik) mit dem Himmelsäquator. Wenn die Sonne den Herbstpunkt passiert, beginnt auf der Nordhalbkugel der Erde der astronomische Herbst, dies ist jährlich um den 23.September.

Hertzsprung-Russel-Diagramm
Diagramm, auf dem die absoluten Helligkeiten von Sternen in Abhängigkeit von ihrer Spektralklasse aufgezeichnet sind. Dient z. B. zur Darstellung der Sternentwicklung. Abgekürzt HRD.

Himmelsblau
Erscheinung, die dadurch hervorgerufen wird, dass das kurzwellige blaue Licht zu allen Tageszeiten am stärksten absorbiert und zerstreut wird.

Hintergrundstrahlung
Diffus über den Himmel verteilte elektromagnetische oder Teichenbestrahlung. Ein Rest aus der Frühzeit des Universums.

Horizontsystem
Astronomisches Koordinatensystem mit dem Grundkreis Horizont und den Polen Zenit und Nadir.

Hubble-Parameter
Maß für die Ausdehnung des Universums.

Hubble-Sequenz
Klassifikation der Galaxien nach ihrem Aussehen in irreguläre, elliptische und Spiralgalaxien.

Hyperboloidspiegel
Korrekturspiegel hinter einem Paraboloidspiegel zur Beobachtung der Röntgenstrahlung.


I

IAU
International Astronomical Union.

Infrarot
Strahlung, deren Wellenlänge direkt an das sichtbare Licht anschließt. Entsteht durch Eigentemperatur der strahlenden Quelle (Wärmestrahlung).

Innere Planeten
Bezeichnung für die Planeten innerhalb der Erdbahn: Merkur, Venus.

Interferometer
Die Strahlung eines Sterns wird von 2 voneinander entfernten Empfängern (z. B. Radioteleskope) empfangen und überlagert. Es entsteht ein Muster, das zur Bestimmung von Sternentfernungen und –durchmessern verwendet werden kann. Je größer die Entfernung der Empfänger voneinander ist, umso höher ist die Auflösung.

Internationale Atomzeit (TAI)
Zur weiteren Verbesserung der Genauigkeit bei der Zeitbestimmung bedient man sich der Atomsekunde. Die Atomzeit wird mit Cäsium-Atomuhren gemessen. Die Atomzeit ist jetzt auch üblich für die alltäglichen Zeitangaben. Rundfunk und Fernsehen senden die Koordinierte Weltzeit (UTC), die nicht mehr als 0,9 Sekunden von der UT1 (siehe Weltzeeit) abweichen darf.

Interstellare Materie
Der Raum zwischen den Sternen ist nicht absolut leer, sondern gefüllt mit Gas- und Staubmassen, die sich teilweise zu mehr oder minder dichten Wolken zusammenfinden.

Ion
Atom, das ein oder mehrere Elektronen verloren oder hinzugewonnen hat. Je nachdem, ob das Atom Elektronen verloren oder dazu gewonnen hat, ist es entweder negativ oder positiv geladen.

Ionisation
Eines oder mehrere Elektronen werden aus der Hülle eines Atoms oder Moleküls herausgelöst.


J

Jet
Lange, dünne Emissionsstrukturen, die von verschiedenen Himmelsobjekten wie z.B. Quasaren, Radiogalaxien, jungen Sternen und Kometen etc. ausgehen und mit Materieströmung in Verbindung steht.

Julianisches Datum
Fortlaufende Tageszählung. In Verbindung mit der gregorianischen Kalenderreform 1582 eingeführt. Nullpunkt der Tageszählung 4713 v. Chr., um einen langen Zeitraum ohne negatives Vorzeichen zu haben – z. B. für Ephemeridenrechnungen. Abgekürzt JD.


K

Kalender
Erfassung und Einteilung von Zeitabschnitten nach Tagen, Monaten und Jahren. Unser Kalender beruht auf dem Sonnenjahr. Die Kalender der Juden und Muslime haben das Mondjahr zur Grundlage.

Katadioptrisch
Bezeichnung für Fernrohrsysteme, die aus Linsen und Spiegeln bestehen, z. B. Schmidt-Cassegrain-Teleskope und Maksutow-Teleskope.

Katadioptrisches Teleskop
Ein Teleskop, bei dem Linsen sowie auch Spiegel zur Bilderzeugung eingesetzt werden.

Kataklysmische Veränderliche
Halbgetrennte Doppelsterne, deren Abstand dem Radius des größeren Sterns entspricht. Starke Gravitationswirkung setzt Gezeitenkräfte frei und führt zu Materieaustausch zwischen den beiden Sternen. Ursache für den Lichtwechsel.

Kelvin
Einheit der Temperaturmessung. 1 Kelvin ist der 100ste Teil des Temperaturunterschieds zwischen Gefrier- und Siedepunkt des Wassers. Nullpunkt auf der Kelvin-Skala ist der absolute Nullpunkt. Entsprechend liegt der Gefrierpunkt des Wassers bei 273,15 Kelvin.

Knoten
Bezeichnung für die Schnittpunkte einer Planetenbahn (auch Mondbahn) mit der Ekliptik. Wechselt der Planet von der Südseite zur Nordseite der Ekliptik, spricht man vom aufsteigenden Knoten. Der Abstand des aufsteigenden Knotens vom Frühlingspunkt in Bogenmaß ist ein Bahnelement. Ebenso der Abstand des Perihels vom aufsteigenden Knoten.

Kollimation
Genaue Abstimmung der optischen Komponenten eines Teleskops aufeinander.

Koma
Diffuse Hülle aus Gas und Staub um den Kern eines Kometen.
Ein Bildfehler optischer Systeme, wenn gegen die optische Achse geneigte Strahlen in verschiedenen Entfernungen zu einem Bildpunkt vereinigt werden.

Konvektion
Form des Energietransports in Sternen, z. B. unserer Sonne, bei Störung des thermodynamischen Gleichgewichts in bestimmten Schichten. Heißere Materie steigt auf, kühlere sinkt ab. Die Sonnengranulation ist ein beobachtbares Zeichen von Konvektion.

Korona
Äußerste Gashülle der Sonne. Sie besteht aus einem außerordentlich dünnen, aber sehr heißen Gas (zwischen einer und drei Millionen Kelvin) und erstreckt sich mehr als eine Million Kilometer in den Raum hinein. Für das bloße Auge ist die Korona nur bei einer totalen Sonnenfinsternis sichtbar.

Kugelspiegel
Reflektierender Hohlspiegel mit Kugelgestalt.

Kugelsternhaufen
Kugelsternhaufen erscheinen, wie ihr Name sagt, kugelförmig. Die Zahl ihrer Mitgliedssterne geht in die Hunderttausende bis einige Millionen.

Kuiper-Gürtel
Zone jenseits der Bahn des Klein-Planeten Pluto mit vielen Kleinkörpern. Eis- und Gesteinsbrocken kleiner als 100 km.

Kulmination
Durchgang eines Gestirns durch den Meridian des Beobachtungsortes, wobei dieses dann seine größte Höhe über dem Horizont erreicht.
Während einer ganzen, 24-stündigen, scheinbaren Umdrehung der Himmelskugel geht jedes Gestirn 2-mal durch den Meridian: beim Übergang von der östlichen auf die westliche Himmelshalbkugel und umgekehrt. Der erste Meridiandurchgang ist die obere Kulmination, der zweite ist untere Kulmination.

L

Lagrange-Punkte
Fünf kräftefreie Punkte im System Erde-Sonne, an denen sich ein Körper kleiner Masse mit den Bahnen zweier Körper großer Masse im Gleichgewicht befinden kann. Spielt eine Rolle bei der Raumfahrt. Entdecker war der französische Astronom Joseph L. de Lagrange (1736 – 1813).

Libration
Bei gleichmäßiger Rotation bewegt sich der Mond in seiner elliptischen Bahn ungleichmäßig. So sieht man im Perigäum mehr von der rechten Mondseite, im Apogäum mehr von der linken Seite. Das wird mit Libration in Länge bezeichnet. Außerdem gibt es die Libration in Breite: Im Verlauf einer Lunation schaut der Beobachter mehr über den Nordpol oder über den Südpol des Mondes hinweg. Ursache ist die nicht senkrechte Mondachse auf der Mondbahnebene. Schließlich die parallaktische Libration als Folge unterschiedlicher Blickwinkel der Beobachter auf der Erdoberfläche. Die Librationen machen es möglich, dass von der Erde aus rund 59 Prozent der Mondoberfläche sichtbar sind.

Lichtgeschwindigkeit
Geschwindigkeit des Lichts im Vakuum. Sie ist immer gleich groß und beträgt c = 299.792 km/s. Sie gilt nicht nur für das sichtbare Licht, sondern auch für alle anderen Bereiche der elektromagnetischen Strahlung.

Lichtjahr
Populäres und anschauliches Entfernungsmaß in der Astronomie, Abk. Lj. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die ein Lichtstrahl im Vakuum in einem Jahr zurücklegt, dies sind 9,46 Billionen Kilometer bei einer Geschwindigkeit von 299.792 km/s.

Lichtzeit:
Zeit, die ein Lichtstrahl benötigt, eine bestimmte Strecke zurückzulegen.

Linienspektrum
Linien im Spektrum von Licht, wenn es durch ein Gas hindurchgeht.

Linsenteleskop
Refraktor. Teleskop, das als Objektiv eine Sammellinse oder eine Kombination von Linsen zur Licht sammelnden Wirkung benutzt. Das Objektiv entwirft in der Brennebene des Instruments ein Bild des beobachteten Objekts, das mit einem Okular, wie mit einer Lupe betrachtet werden kann. Besonders gut eignen sich Linsenteleskope z.B. für die Beobachtung von Mond und Planeten, da sie im Vergleich zu Spiegelteleskopen gleicher Öffnung eine höhere Bildschärfe und bessere Kontraste bieten.

Lokale Gruppe
Ein vergleichsweise kleiner Galaxienhaufen zu dem auch unsere Milchstraße (Galaxis) gehört. Die Lokale Gruppe umfasst drei Dutzend kleiner Galaxien und vier große Spiralgalaxien. Der Durchmesser der Lokalen Gruppe beträgt etwa 4 Millionen Lichtjahre.

Lokaler Superhaufen
Ansammlung von Galaxiengruppen und –haufen um den Virgohaufen. Die Lokale Gruppe befindet sich im Randbereich.


M

Magnitudo
Einheit zur Bezeichnung von Helligkeit. Sie wird in Größenklassen angegeben. Abkürzung: M, mag oder m.

Meridian:
Großkreis an der Himmelskugel, der durch den Zenit und beide Himmelspole geht. Der Meridian durchschneidet den Beobachterhorizont exakt am Nord- und Südpunkt und teilt die scheinbare Himmelskugel in eine westliche und eine östliche Hälfte.

MESZ
Mitteleuropäische Sommerzeit.
MESZ = UT + 2 Stunden.

MEZ
Mitteleuropäische Zeit.
MEZ = UT + 1 Stunde.

Meteor
Lichtspur (Sternschnuppe) am Nachthimmel, die entsteht, wenn ein kleines Staubteilchen in der oberen Erdatmosphäre verglüht.

Meteorit
Größerer Körper, der auf dem Erdboden eingeschlagen ist, ohne in der Erdatmosphäre zu verglühen.

Mikrowellen
Elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen im Mikrometerbereich.

Milchstraße
Leuchtendes Band, das sich über den Nachthimmel erstreckt, hervorgerufen durch zahlreiche, zur Hauptebene unserer Galaxis konzentrierte Sterne, die das Auge nicht mehr in einzelne Punkte auflösen kann.

Molekül
Materieteilchen aus 2 oder mehr Atomen. Kleinste Einheiten einer chemischen Verbindung, die noch deren hauptsächliche stoffliche Eigenschaften besitzen.

Mondalter
Zahl der Tage, die seit dem letzten Neumond vergangen sind. Bei einem Mondalter von 7 Tagen, sehen wir abends den zunehmenden Halbmond, bei 14 Tagen die ganze Nacht über den Vollmond und ein 21 Tage alter Mond ist am Morgenhimmel als abnehmender Halbmond zu sehen.

Morgenstern
Bezeichnung für den hellen Planeten Venus während seiner größten westlichen Elongation.

Morgenweite
Der Abstand der aufgehenden Sonne vom Ostpunkt.

MPI
Max-Planck-Institut (z. B. für Astronomie).
N

Nadir
Fußpunkt der Himmelskugel. Höhe –90°. Sterne unter dem Horizont haben negative Höhenwinkel. Die Zenitdistanz des Nadir beträgt –180°.

Nanometer
Milliardster Teil eines Meters. 1.000 Nanometer = 1 Mikrometer.

NASA
National Aeronautics and Space Administration (USA).

Nautisches Dreieck
Siehe Astronomisches Dreieck.

Nebel
In der Astronomie die Bezeichnung für ein flächenhaftes, leuchtendes Objekt. Diese nicht sternförmigen Objekte sind sehr unterschiedlicher Natur. Zum einen gibt es Gas- und Staubnebel, so genannte interstellare Wolken (Emissionsnebel, Reflexionsnebel und Dunkelwolken), aus denen sich noch heute Sterne bilden, oder Gasnebel, die Reste von alten Sternen sind (Planetarische Nebel und Supernova-Überreste).

Neutron
Elementarteilchen ohne elektrische Ladung. Zusammen mit Protonen bilden Neutronen die Atomkerne.

Neutronenstern
Rest eines massereichen Sterns, der nach einer Supernova-Explosion übrig blieb. Sie haben nur wenige Kilometer Durchmesser aber eine ungeheure hohe Dichte. Ein Kubikzentimeter Materie eines Neutronensterns würde auf der Erde einige Millionen Tonnen wiegen. Stern im Endstadium mit Radien zwischen 5 und 10 km.

Newton- Reflektor
Verbreitete Form eines astronomischen Reflektors. Einfallendes Licht wird von einem Spiegel (Hauptspiegel) gesammelt und auf einen kleineren, in einem Winkel von 45 Grad platzierten Planspiegel gerichtet. Das Licht wird dann seitlich aus dem Teleskoptubus gelenkt, wo sich der Brennpunkt und das Okular befinden.

NGC
“New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars- Katalog“ von galaktischen Nebeln, Sternhaufen und Galaxien, aufgestellt von John L. E. Dreyer im Jahr 1988. Enthält rund 10.000 diffuse, nebelartige Himmelsobjekte.

Normalvergrößerung
Die Normalvergrößerung eines Teleskops entspricht in etwa dem Objektivdurchmesser in mm. Hierbei wird eine Austrittspupille von 1 mm erreicht. Ab dieser Vergrößerung nutzt man bereits das erreichbare Auflösungsvermögen seines Teleskops.

Nova
Stern, der einen plötzlichen Ausbruch erfährt und für eine bestimmte Zeit zum 10.000fachen seiner normalen
Leuchtkraft aufflammt.

Numerische Exzentrizität
Bahnelement, das zusammen mit der großen, halben Bahnachse Größe und Form der Bahnellipse, z. B. eines Planeten, beschreibt.

Nutation
Neben der Präzession Bewegung der Erdachse, die durch Gravitationskräfte des Mondes, der Sonne und der Planeten verursacht wird. In erster Linie die unterschiedliche Stellung des Mondes gegenüber der Ebene der Erdbahn. Periode 19 Jahre.


O

Objektiv
Das Objektiv eines Teleskops sammelt das Licht, es ist die Hauptkomponente eines Fernrohres. Auch ist das Objektiv, wie der Name sagt, dem Objekt zugewandte Linse.
Der Objektivdurchmesser wird in Millimeter, Zentimeter oder Zoll (engl. Inches; 1 Zoll = 2,54 cm).

Offener Sternhaufen
Ein Sternhaufen dei dem die Sterne mit bloßem Auge oder im Teleskop einzeln abgezählt werden können, wird als offener Sternhaufen bezeichnet.

Öffnungsverhältnis
Auch als relative Lichtstärke oder Öffnung bezeichnet. Gibt das Verhältnis von Objektivdurchmesser eines Teleskops zu seiner Objektivbrennweite an. Ein Öffnungsverhältnis von 1 : 15 bedeutet zum Beispiel, dass die Brennweite des Objektivs 15 mal größer ist als der Objektivdurchmesser. Je größer das Öffnungsverhältnis ist, das heißt, je kleiner die Brennweite zum Objektivdurchmesser ist, desto lichtstärker ist das Teleskop.

Okular
Eine Sammellinse, die als Lupe wirkt und mit der das reelle Bild, dass das Objektiv vom betrachteten Gegenstand in der Brennebene des Teleskops entwirft, betrachtet werden kann. Ein Okular wird ans hintere Ende eines Teleskops eingesteckt.

Orientierung
Schaut man durch einen Refraktor ohne Umlenkspiegel oder –prisma, ist im Okular Norden unten, Süden oben, Westen links , Osten rechts. Mit bloßen Augen ist Norden oben, Süden unten, Westen rechts, Osten links.

Oort’sche Wolke
Wolke aus Kometenkernen, die unser Sonnensystem in einer Entfernung von 10.000 bis 70.000 Astronomischen Einheiten (AE) umgeben soll.

Owl
Geplantes Teleskop der ESO mit 100-m-Spiegel. Standort unbekannt. Ziel wird seit 2005 nicht weiter verfolgt. Stattdessen baut man ein Teleskop mit 36 m Spiegeldurchmesser.
P

Parabolspiegel
Ein reflektierender Hohlspiegel mit der Gestalt eines Rotationsparaboloids.

Parallaxenbestimmung
Methode der Entfernungsmessung für nicht zu weit entfernte Sterne. Das Verfahren beruht auf der trigonometrischen Bestimmung der Sternparallaxe. Dabei nutzt man den Effekt, dass dem Sonnensystem nähere Sterne ihre Position relativ zu den Sternen des Hintergrundes verändern, wenn die Erde die Sonne umkkreist. Als Basislinie wird der Erdbahnhalbmesser = 1 AE benutzt. Auch für die nächsten Sterne ist die Parallaxe kleiner als 1 Bogensekunde (1’’).

Parsec
Längenmaß. Abkürzung für Parallaxensekunde. Entspricht der Entfernung, aus der eine Astronomische Einheit unter einem Winkel von 1 Bogensekunde (1’’) erscheint. 206.265 AE oder 30,8 Billionen Kilometer entsprechen einem Parsec, abgekürzt pc. In der Astronomie üblich sind, ebenfalls das Kiloparsec (1.000 pc), abgekürzt kpc, und das Megaparsec (1.000.000 pc), abgekürzt Mpc.

Pekuliar-Sterne
Sterne, deren Spektren sich nicht ohne weiteres in die üblichen Spektralklassen bzw. Leuchtkraftklassen einordnen lassen (Pekuliar-Spektrum).

Periastrom
Der geringste Abstand der Sterne eines Doppelsternsystems vom gemeinsamen Schwerpunkt.

Penumbra
Lat. Halbschatten. Der Ausdruck wird für den Halbschatten des Mondes oder der Erde bei Finsterniserscheinungen verwendet. Auch der äußere Teil von Sonnenflecken, der nicht vollkommen dunkel, sondern gräulich gefasert erscheint, wird als Penumbra bezeichnet.

Perigäum:
Erdnähe. Der erdnächste Punkt der Mondbahn oder eines künstlichen Satelliten. Im Perigäum kann der Mond bis auf 356.000 Kilometer an die Erde herankommen. Seine mittlere Entfernung beträgt rund 384.000 Kilometer.

Perihel
Der sonnennächste Punkt einer Planeten- oder Kometenbahn.

Perihelzeit
Bahnelement, das die Zeit beschreibt, zu der ein Himmelskörper (z. B. Planet oder Komet) durch sein Perihel läuft.

Phasenwinkel
Winkel zwischen Sonne, Planet (oder Mond) und Erde. Er gibt das Maß für den unbeleuchteten Teil der Planeten- oder Mondscheibe an. Zum Beispiel 0° = Vollmerkur oder –mond, 180° = Neumerkur oder –mond.

Photonen
Die Elementarteilchen, aus denen die elektromagnetische Strahlung besteht.
Photosphäre
Lichtschicht der Sonne, die unterste Atmosphärenschicht, aus der über 99 Prozent des sichtbaren Lichts stammen.
Die Photosphäre ist eine äußerst dünne Schicht von lediglich 400 Kilometer Dicke. Ihre mittlere Temperatur beträgt 5.500 Kelvin. In der Photosphäre werden Erscheinungen wie die Granulation, die Sonnenflecken und die Randverdunkelung beobachtet.

Plasma
Gas, bestehend aus ionisierten Atomen und freien Elektronen, zusammen mit einigen neutralen Partikeln. Als Ganzes ist es neutral geladen und ein guter elektrischer Leiter.

Platonisches Jahr
Periode der Präzession mit 25.800 tropischen Jahren Dauer.

Polarlichter
Nordlichter auf der Nordhalbkugel, Südlichter auf der Südhalbkugel. Glühen in der oberen Erdatmosphäre, verursacht durch von der Sonne ausgestoßene, geladene Teilchen.

Präzession
Ungleichmäßige Anziehungskräfe von Mond und Sonne bewirken eine langsame Bewegung der Erdachse mit einer Periode von 25800 jahren um den Ekliptiknordpol. Die Periode heißt auch platonisches jahr. Die Präzession verursacht die Wanderung der himmelspole um die Ekliptikpole und die rückläufige Wanderung der Äquinoktialpunkte. In die Prätession geht die Nutation ein.

Polachse
Auch Stundenachse eines parallaktisch montierten Fernrohres. Die Polachse ist parallel zur Erdachse gelagert und zeigt auf den Himmelsnord- bzw. Himmelssüdpol.

Protuberanz
Protuberanzen sind Flammenzungen oberhalb der Photosphäre der Sonne, die am Sonnenrand mit speziellen Filtern gegenüber dem dunklen Hintergrund des Weltalls zu beobachten sind.

Pulsar
Neutronenstern, der in kurzen, sehr regelmäßigen Abständen, auf Grund seiner Rotation, Lichtblitze und Radioimpulse aussendet. Die Pulsperioden betragen oft viel weniger als eine Sekunde.


Q

Quasar
Sehr weit entferntes, extrem stark leuchtendes Objekt. Quasare sind die leuchtkräftigsten Objekte im Universum. Sie sind keine Sterne, sondern die Zentren hochaktiver Galaxien. Starke Quellen im Röntgenbereich.


R

Radialgeschwindigkeit
Bwegung eines Sterns auf den Beobachter zu oder von ihm weg. Die Radialgeschwindigkeit wird in km/s gemessen. Abgekürzt RG.

Reflektor
Ein Reflektor ist ein Spiegelteleskop, bei dem das Objektiv aus einem Hohlspiegel besteht. Das Licht wird vom Objektiv auf einen Sekundärspiegel, und von diesem aus dem Strahlengang, ins Okular gelenkt.

Reflexionsnebel:
Eine bläulich leuchtende, aus interstellarem Staub bestehende Wolke. Er strahlt kein eigenes Licht aus, sondern reflektiert das Licht junger, heißer, blauer Sterne in seiner Umgebung.

Refraktor
Ein Refraktor ist ein Linsenteleskop, bei dem das Objektiv aus einer oder mehreren in Kombination verwendeten Linsen, zur Licht sammelnden Funktion benutzt wird.

Rektaszension
Koordinate im bewegten Äquatorsystem in der Äquatorebene vom Frühlingspunkt nach Ost in Zeitmaß gezählt: 24h = 360°.

Resonanz
2 Himmelskörper üben periodisch aufeinander gravitative Störungen aus, wenn ihre Umlaufzeit in einem ganzzahligen Verhältnis (z. B. 1 : 2, 3 : 2) zueinander stehen. Die Teilungen in den Planetenringen und im Planetengürtel sind so entstanden.

Riesensterne
Sterne, die im Durchmesser erheblich größer als unsere Sonne sind. Sie haben eine besonders hohe Leuchtkraft.

Rot-Verschiebung
Verschiebung der Linien in einem Sternspektrum zum roten Ende hin. Der Stern entfernt sich.
Deutung als Fluchtbewegung der Galaxien und Ausdehnung des Weltalls.

Roter Riese
Stern im Endstadium seines Daseins. Sie blähen sich dann auf und werden 100 bis 1.000 Mal größer im Durchmesser als unsere Sonne. Dadurch kühlen sie an den Oberflächen ab und erscheinen rötlicher.

Roter Zwerg
Ein Stern, der um ein Vielfaches masseärmer als unsere Sonne ist. Dadurch sind diese auch wesentlich kleiner im Durchmesser als unsere Sonne und auch wesentlich kühler. Deshalb erscheinen sie uns rötlich.

 

S

Saros-Zyklus
Zeitraum von 18 Jahren und 11,3 Tagen, in dem sich Sonnen- und Mondfinsternisse wiederholen.

Scheinbare Helligkeit
Diejenige Helligkeit, mit der uns ein Gestirn am Himmel erscheint. Im Unterschied dazu gibt die absolute Helligkeit eines Sterns seine wirkliche Leuchtkraft an. Die scheinbare Helligkeit wird in Größenklassen mit der Einheit Magnitudo (M, mag oder m) angegeben.

Schmidt- Teleskop
Teleskoptyp mit sphärischem Spiegel und spezieller Korrektionsplatte aus Glas. Mit diesem Teleskop lassen sich mit einer einzigen Aufnahme relativ weite Himmelsfelder photographieren, wobei die Schärfe bis zum Rand sehr gut ist.

Schwarzer Zwerg
Endstadium eines Sterns, dessen Masse unterhalb von 1,5 Sonnenmassen liegt und der zu einem Weißen Zwerg wurde. Weiße Zwerge kühlen im Laufe von Milliarden Jahren aus und werden schließlich zu unsichtbaren Schwarzen Zwergen.

Schwarzes Loch
Wird eine Masse derart komprimiert, dass an ihrer Oberfläche die Entweichgeschwindigkeit infolge der hohen Schwerebeschleunigung gleich der Lichtgeschwindigkeit wird, so kann nichts mehr dieses Objekt verlassen. Auch Licht und jede andere elektromagnetische Strahlung bleibt gefangen. Das Objekt ist somit unsichtbar und wird deshalb als Schwarzes Loch bezeichnet.

Seeing
Englische Bezeichnung für die Luftqualität (Grad der Luftunruhe und -transparenz) im Hinblick auf astronomische Beobachtungen und Astrofotographie.

Sekundärspiegel
Der kleinere, zweite Spiegel in Spiegelfernrohren (z. B. Cassegrain-, und Newton-Teleskop). Seine Aufgabe ist es, Strahlen zu bündeln und auf geeignete Weise zum Okular zu bringen. Planspiegel dienen nicht der Systemkorrektur, sondern ausschließlich der Umlenkung.

Siderisches Jahr
Zeitraum zwischen 1 Vorübergängen der mittleren Sonne an einem bestimmten Stern. Jahreslänge 365,25636 Tage.

Sloan Digized Sky Survey (SDSS)
Projekt zur Katalogisierung von 100 Millionen Himmelsobjekten. Dazu gehört auch die Messung der Rotverschiebung von 1 Million Galaxien und Quasaren.

Solarkonstante
Die auf der Erdoberfläche eintreffende Strahlungsleistung der Sonne. Messgröße pro Flächeneinheit: 1.367 Watt/m2.

Sonnenflecken
Dunkle Flecken in der Photosphäre der Sonne. Ihre Temperatur liegt bei etwa 4.000 K, während in der übrigen Photosphäre 5.800 K herrschen, so dass sie nur durch den Kontrast dunkler erscheinen.

Sonnentag
Die Zeit zwischen 2 aufeinander folgenden unteren Kulminationen der Sonne durch den Meridian (wahrer Sonnentag). Der Mittelwert aller Sonntage eines Jahres wird als mittlerer Sonnentag bezeichnet. Er ist 3m56,55s länger als ein Sternentag.

Sonnenwind
Das aus der Sonnenkorona in den planetaren Raum abströmende Gas.

Speckle-Interferometrie
Mit kurzer Belichtungszeit (unter 1/10 s) werden mehrere Fotos eines Sterns gemacht. Sie werden überlagert und das „wahre Bild“ des Sterns rekonstruiert. Verfahren dienst u. a. zur Bestimmung von Sterndurchmessern.

Spektrum
Die Strahlung in der Natur setzt sich aus Wellen unterschiedlicher Frequenzen zusammen. Ein nach Frequenzen (Wellenlängen) zerlegtes Strahlungsgemisch ist ein Spektrum. Die Zerlegung erfolgt z. B. mit Hilfe eines Glasprismas oder eines Beugungsgiters. Die Untersuchung der Spektren, z. B. Sternspektren, erlaubt wichtige Aussagen über Physik und Chemie im Universum (Spektroskopie).

Spärische Aberration
Bildfehler optischer Systeme. Dabei haben die Bildpunkte, die zentrale und Randstrahlen nach Durchgang durch die Linse bilden, unterschiedliche Abstände von der Objektivlinse.

Spiralarme
Typische Strukturelemente bestimmter Galaxien (Spiralgalaxien) deren Physik noch nicht genau bekannt ist, aber vermutlich im wesentlichen von Magnetfeldern bestimmt wird.

Spiralgalaxien
„Spiralnebel“, Typ regulärer Galaxien, in dem die Mehrzahl der Sterne und Gasnebel in Form von Spiralarmen angeordnet ist, die meist an gegenüber-liegenden Punkten eines nur schwach abgeplatteten Kerns ansetzen.

Spiralnebel
Veralteter Begriff für eine Spiralgalaxie.

Starburst
Massenhafte Entstehung neuer Sterne in einer Galaxie.

Stern
In der modernen Astronomie versteht man unter einem Stern, eine selbst leuchtende, heiße Gaskugel.

Sternassoziation
Lockere Gruppe von gemeinsam entstandenen, physikalisch ähnlichen Sternen, die weniger kompakt als Sternhaufen sind und sich bevorzugt in den Spiralarmen der Galaxien aufhalten.

Sternbild
Gruppe von Sternen, die nach einer historischen Person, einer mythologischen Figur, einem Tier oder einem unbelebten Gegenstand benannt worden sind. Die Namen sind sehr phantasiereich und haben keine wirkliche Bedeutung. Die Sterne eines Sternbildes sind nicht wirklich miteinander verbunden und sind willkürlich zusammengefasst. Die einzelnen Sterne liegen in unterschiedlichen Entfernungen zur Erde und liegen nur zufällig in etwa der gleichen Richtung im Weltraum. Die Internationale Astronomische Union (IAU) legt 88 Sternbilder fest.

Sternhaufen
Ansammlung von Sternen, die physikalisch zusammengehören. Ein offener Haufen kann mehrere hundert Sterne umfassen, normalerweise zusammen mit Gas und Staub; er besitzt keine bestimmte Form.

Sternkatalog
Verzeichnis von Sternen, meist systematisch nach bestimmten Kriterien sortiert, wie Rektaszension, Helligkeit etc.

Sternschnuppe
siehe Meteor.

Sterntag
Die Zeit zwischen 2 oberen Kulminationen des Frühlingspunktes durch den Meridian.

Sterntypen
Mit der fortgeschrittenen Erforschung der Helligkeitsschwankungen und besonderen sprektralen Merkmalen von Sternen sind besondere Sterntypen entdeckt  worden, z. B. Weiße Zwerge, Neutronensterne, kataklysmische Veränderliche, Pekuliar-Sterne u. a.

Stundenwinkel
Koordinate im festen Äquatorsystem. Gezählt wird der Meridian über Westen im Zeitmaß.

Supernova
Größte Explosion eines einzelnen Himmelskörpers. Bei einer Supernova-Explosion wird ein massereicher Stern am Ende seines Lebens fast vollständig zerrissen. Er schleudert seine Gashülle ins Universum. Übrig bleibt ein kleiner, superdichter Neutronenstern oder sogar ein Schwarzes Loch. Bei der Explosion wird der Stern für einige Tage so hell wie eine ganze Galaxie.


T

Tag
Im alltäglichen Sprachgebrauch die Zeit, die die Erde für eine Umdrehung um ihre Achse braucht. Ein Sterntag ist die Rotationsperiode der Erde in bezug auf die Sterne (23h 56min 4,091s). Ein Sonnentag ist die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden Mittagen (Sonnenhöchststände). Der mittlere Sonnentag ist 24h 3min 56,555s, also etwas länger als der Sterntag, da sich die Sonne ostwärts auf der Ekliptik entlang bewegt. Der bürgerliche Tag ist auf 24 Stunden festgelegt.

Taukappe
Verlängerung des Teleskoptubus über das Objektiv hinaus. Das verlängerte Rohrstück dient dazu, das Beschlagen des Fernrohrobjektivs durch nächtlichen Tau zu vermeiden und sollte daher mindestens die Länge des 1,5fachen Objektivdurchmessers besitzen.

Teleskop
Hauptinstrument zum Auffangen des Lichts von Himmelsobjekten. Das so entstandene Bild kann vergrößert werden.

Terminator
Schattengrenze zwischen Tages- und Nachthälfte des Mondes oder eines Planeten. Da die Mondoberfläche bergig ist, erscheint die Grenze rauh und gezackt, und die einzelnen Bergspitzen können sich auch noch auf der Nachtseite im Sonnenlicht vom dunklen Untergrund abheben.

Tierkreis
Ein Gürtel, der sich über die gesamte Himmelskugel erstreckt, jeweils 8° beiderseits der Ekliptik, in dem Sonne, Mond und helle Planeten ständig zu finden sind. Das Band zieht sich durch alle 12 Sternbilder des Tierkreises und einen kleinen Teil des Ophiuchus.

Tierkreissternbilder
Die 12 in der Astrologie benutzten Tierkreiszeichen: Aries (Widder), Taurus (Stier), Gemini (Zwillinge), Cancer (Krebs), Leo (Löwe), Virgo (Jungfrau), Libra (Waage), Scorpius (Skorpion), Sagittarius (Schütze), Capricornus (Steinbock), Aquarius (Wassermann), Pisces (Fische).

Tropisches Jahr
Zeitraum zwischen Durchgängen der mittleren Sonne durch den Frühlingspunkt. Jahrelänge 365,24219 Tage.

 

U

Überriesen
Sterne ausgesprochen geringer Dichte und gewaltiger Leuchtkraft. Beteigeuze im Orion ist ein typischer Vertreter eines Überriesen. Außerdem gibt es auch so genannte blaue Überriesen. Dabei handelt es sich um sehr massereiche, heiße und junge blaue Sterne, die unsere Sonne an Durchmesser ebenfalls weit übertreffen.

Umbra
Dunkler, innerer Bereich eines Sonnenflecks.

Ursubstrat
Zusammensetzung der Teilchen („Urbrei“) zum Zeitpunkt des Urknalls: X-Partikel, Photonen, Neutrinos, Elektronen, Gluonen und Quarks.

 

V

Veränderliche Sterne
Im Lauf der Existenz eines Sternes verändert dieser seine Zustandsgrößen, wie Durchmesser, Oberflächentemperatur, Masse etc. erheblich. Diese Veränderungen erfolgen jedoch vergleichsweise langsam in Zeiträumen von Millionen und Milliarden von Jahren. Unter einem Veränderlichen Stern versteht man hingegen einen Stern, dessen Messgrößen – in erster Linie seine scheinbare Helligkeit – in kosmisch kurzen Zeitskalen (Sekundenbruchteile bis einige hundert Tage) veränderlich sind. Man unterscheidet zwei Arten von Veränderlichen Sternen, einmal die:

– intrinsischen Veränderlichen:
Physikalische Vorgänge im Innern des Sterns verändern seine Helligkeit.

– extrinsischen Veränderlichen:
Die Helligkeit des Sterns bleibt unverändert, nur auf der Sichtlinie zur Erde schwankt seine Helligkeit, z.B. wenn er durch einen anderen Stern bedeckt wird. Die Helligkeitsänderungen können in Perioden von Stunden bis hin zu einigen Jahren auftreten. Die Einteilung der Veränderlichen Sterne kann wie folgt vorgenommen werden:

Bedeckungsveränderliche:
Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um Doppelsterne, welche sich gegenseitig abwechselnd bedecken. Es sind also keine physikalischen Vorgänge für die Helligkeitsschwankungen verantwortlich.

Algol-Typ:
Beide Sterne umkreisen einen gemeinsamen Schwerpunkt, wobei sich die beiden Komponenten in regelmäßigen Abständen, in Sichtlinie zur Erde, gegenseitig bedecken. So besteht dieser Bedeckungsveränderliche (bekannt nach dem Stern Algol im Sternbild Perseus) aus einem kleineren, aber helleren Stern, (Algol A) und einem größeren, etwas dunkleren Stern (Algol B).
Das Algol-System ist 90 Lichtjahre entfernt, die Helligkeit schwankt zwischen 2,1 mag und 3,4 mag innerhalb von 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden.

Beta Lyra-Typ:
Dieser Veränderliche hat eine etwas andere Lichtkurve. Ihre Helligkeits-Schwankungen sind kontinuierlicher als die vom Algol-Typ, wobei aber die Haupt- und Nebenminima unterschiedlich stark sind.
Hier umkreisen sich zwei Sterne so eng, dass ihre Gravitationsfelder bereits miteinander verflochten sind. Grund dafür sind die an einem oder beiden Sternen zerrenden Gezeitenkräfte. Die Sterne verformen sich. Es hat sich eine gemeinsame Gashülle gebildet.

Kontaktsysteme:
Wenn zwei Sterne so eng beieinander stehen, dass sich ihre Oberflächen berühren, spricht man von Kontaktsystemen.

W Ursa Majoris ist ein Prototyp eines solchen Kontaktsystems.

Beide Sterne sind sich so nah, dass sie durch ihre Gravitationskräfte elliptisch verformt werden und eine gemeinsame Hülle bilden. Die Lichtkurven zeigen keine deutlichen Minima, sondern verlaufen kontinuierlich. Sie sind in den Kugelsternhaufen und in älteren offenen Sternhaufen anzutreffen.

Rotationsveränderliche:
Rotationsveränderliche sind Doppelsterne, deren Umlaufbahnen so zur Sichtlinie geneigt sind, dass keine Bedeckung mehr stattfindet. Die Helligkeitsschwankungen werden allein durch die Rotation der beiden Sterne hervorgerufen. Ihr elliptischer Körper zeigt uns einmal die „volle Breitseite“, im Minimum dann nur die Schmalseite. Gegenüber den Bedeckungsveränderlichen sind die Schwankungen der Helligkeit deutlich schwächer. a2 CVn (Cor Caroli) ist ein bekannter Vertreter dieser Klasse.

kataklysmische Veränderliche:
Kataklysmisch stammt aus dem Griechischen und bedeutet Überschwemmung.

Bei diesen Veränderlichen z.B. AM Her, handelt es sich ebenfalls um Doppelsterne. Ein Stern ist ein weißer Zwerg, der andere Stern ein Roter Riese. Vom letzteren strömt stetig Materie zum Zwergstern, gelangt aber nicht direkt auf seine Oberfläche, sondern auf eine sich auf Grund des Drehimpulses gebildete Akkretionsscheibe. Beim Aufprall des Gases auf diese Akkretionsscheibe entsteht ein heißer Fleck, welcher wesentlich zur Leuchtkraft des Systems beiträgt. Helligkeitsschwankungen in kataklysmischen Systemen finden in Zeitabständen von etwa 1,5 bis 15 Stunden statt. Sie zeigen eine deutliche Parallele zu einer Nova, weshalb man diese Systeme auch als Zwergnova bezeichnet.

langperiodisch Veränderliche Sterne: Bei den langperiodisch Veränderlichen Sterne sind physikalische Vorgänge im Innern des Sternes für die Helligkeitsschwankungen verantwortlich. Mira, o Ceti im Sternbild Walfisch, ist ein typischer Vertreter dieser Klasse. Mira, an Stelle unserer Sonne, ist so groß, dass seine Oberfläche bis zur Marsbahn reichen würde. In einem Zeitraum von 331,96 Tagen verändert sich sein Radius um den Faktor 2, wodurch seine Helligkeit von ursprünglich 2,0 mag auf nur noch 10,1 mag Helligkeit abfällt.

Bei diesem Sterntyp handelt es sich um Rote Riesen oder Überreisen, welche sich am Ende ihrer Existenz befinden. Sie weisen relativ große Helligkeitsschwankungen auf. Ihre Perioden können von einem Monat bis hin zu fünf Jahren betragen. Ähnlich wie die folgenden Cepheiden reguliert auch Mira, wie durch ein Ventil, seinen Strahlungsfluss nach außen und beginnt zu pulsieren. Nur auf Grund seiner ungeheuren Größe hat er eine sehr lange Pulsationsperiode.

Delta Cephei, ein gelb-weißer Überriese, ist der Prototyp der klassischen Cepheiden. Seine Helligkeit schwankt mit einer konstanten Periode von 5,366 Tagen um etwa 0,9 Größenklassen. Diese Änderungen beruhen ebenfalls auf Pulsation, also Vergrößerung und Verkleinerung der Oberfläche.

eruptive Veränderliche:
Wie die Bezeichnung dieser Veränderlichen bereits sagt, beruhen die Helligkeitsschwankungen auf dem Auswurf von Materie. Deshalb sind die Helligkeitsschwankungen auch nicht periodisch. Ein bekannter Vertreter ist g Cas.

Zu den eruptiven Veränderlichen gehören:

Novae
rekurrierende  Novae (sich wiederholende)
Flares Strahlungsausbrüche im Sternmagnetfeld
Supernovae

Vergrößerung:
Bei Einsteigern gilt sie oft als wichtigster Faktor. Doch sie ist bei einem Teleskop eher zweitrangig.
Die Vergrößerung errechnet sich: Verhältnis aus Objektivbrennweite durch Okularbrennweite:

V = fOb / fOk
V = 1000 / 20

Bei einem Teleskop mit 1.000 mm Brennweite und einem Okular von 20 mm, erhält man eine 50fache Vergrößerung. Man könnte jetzt die Vergrößerung ins Unermessliche treiben, doch ihr sind durch den Objektivdurchmesser Grenzen gesetzt.

maximale sinnvolle Vergrößerung:
Wenn größer als die maximale sinnvolle Vergrößerung vergrößert wird, verschlechtert sich das Bild und wird verwaschen bzw. unscharf.
Die maximale sinnvolle Vergrößerung errechnet sich:

Vmax = Objektivöffnung in mm x 2
Vmax = 200 x 2

Ein Teleskop mit 200 mm Öffnung hätte dann seine maximale sinnvolle Vergrößerung bei 400fach.

minimale sinnvolle Vergrößerung:
Auch der minimalen Vergrößerung sind, je nach Öffnung des Teleskops, Grenzen gesetzt. Hinzu kommt, dass die Austrittpupille nicht größer als 7 mm sein darf.
Die minimale sinnvolle Vergrößerung errechnet sich: Öffnung in mm durch 7

Vmin = Öffnung (mm) / 7 mm
Vmin = 200 / 7

Bei einem Teleskop mit einer Öffnung von 200 mm, wäre die minimale sinnvolle Vergrößerung etwa 28fach.

Optimalvergrößerung:
Die optimale Vergrößerung eines Teleskops entspricht etwa dem Objektivdurchmesser in mm. Ab dieser Vergrößerung wird das Auflösungsvermögen des Teleskops genutzt. Das bedeutet, man erkennt wesentlich mehr Details auf Planeten. Die Austrittspupille beträgt dann 1 mm. Ein Teleskop mit 200 mm Öffnung hätte dann seine Normalvergrößerung bei 200fach.

Very Large Array (VLA)
Radioastronomische Anlage, bestehend aus 27 Antennen mit jeweils 25 m Durchmesser in Neu-Mexiko.

Very Large Telescope (VLT)
Teleskop der ESO in den Anden (Chile). Kombiniert sind 4 Spiegel mit jeweils 8,2 m Durchmesser.

Virgo-Haufen
Ein riesiger Galaxienhaufen, der in Richtung des Sternbildes Jungfrau, lat. Virgo, zu beobachten ist. Der Virgo-Galaxienhaufen ist ca. 60 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und liegt damit sowohl weit außerhalb unserer Milchstraße als auch außerhalb der Lokalen Gruppe unseres eigenen Galaxienhaufens. Er besteht aus ca. 2.500 Galaxien und bildet das Zentrum des Virgo-Superhaufens.

Virgo-Superhaufen
Ein Superhaufen besteht aus Galaxienhaufen, zu denen sowohl der große Virgo- Haufen mit einigen tausend Galaxien, als auch die relativ kleine Lokale Gruppe (rund 30 Galaxien) mit unserer Milchstraße gehören. Der Virgo-Superhaufen hat einen Durchmesser von rund 150 Millionen Lichtjahren.

 

W

Wasserstoffbrennen
Bezeichnung für den kernphysikalischen Vorgang der Verschmelzung von vier Wasserstoffatomkernen zu einem Heliumkern (Kernfussionsprozess). Dieser Prozess ist die Hauptenergiequelle eines Sterns während der längsten Zeit seines Lebens.

Weißer Zwerg
Endstadium eines Sterns geringer Masse, nachdem dieser einen erheblichen Teil seiner Materie durch Sternwinde abgeblasen hat. Sterne mit höchstens 1,4 Sonnenmassen werden zu Weißen Zwergen, wenn ihr Atomfeuer erloschen ist. Weiße Zwerge sind klein, sie haben lediglich mit der Erde vergleichbare Durchmesser (um 10.000 Kilometer), aber eine ungeheuer dichte Materie. Ein Kubikzentimeter Materie eines Weißen Zwergs würde auf der Erde einige Tonnen wiegen.

Weltzeit
Auch Universal Time (UT). Das ist die Ortszeit des durch die Sternwarte Greenwich gehenden Null-Meridians.
UT1 = Weltzeit, korrigiert um die Polbewegung.
UT2 = die um jahreszeitliche Schwankungen (Veränderung der Drehgeschwindigkeit der Erde) korrigierte Weltzeit.

Winkelgröße
1 Grad (°) = 60 Bogenminuten ( ) = 3.600 Bogensekunden ( ).


X

X- Strahlen
Hierzulande eine seltene Bezeichnung für Röntgenstrahlen. Außerhalb des deutschsprachigen Raumes ist die Bezeichnung X-rays aber sehr gebräuchlich.

 

Y

Z

Zenit
Auch Scheitelpunkt genannt. Der Punkt am Himmelsgewölbe genau über dem Kopf des Beobachters.
Höhe 90°.

Zeeman-Effekt
Aufspaltungvon Spektrallinien als Folge der Wirkung eines Magnetfeldes auf die Strahlungsquelle.

Zenitdistanz
Erste Koordinate im Horizontalsystem. 90° minus Höhe des Sterns über dem Horizont ergibt die Zenitdistanz. Zenitdistanzen größer als 90° zeigen an, dass der Stern unterhalb des Horizonts steht und unsichtbar ist.

Zirkumpolarstern
Stern in der Nähe des Himmelspols, der nicht untergeht und sich somit 24 Stunden über dem Horizont befindet. Zirkumpolarsterne sind in jeder klaren Nacht, unabhängig von der Jahres- und Uhrzeit, zu sehen. Es sind all die Sterne, welche sich in Grad gemessen, nicht weiter vom Himmelspol entfernt befinden, als unsere geografische Breite des Beobachtungsortes.

Zonenzeit
Zeitzonen, meist von 15 Längengraden Breite, sollen die Ortszeiten dem Alltag besser anpassen.
Bedeutende Effekte sind jedoch nicht nachweisbar.
Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ist die Ortszeit des Meridians 15° östlicher Länge. Die einzelnen Zonenzeiten unterscheiden sich um volle Stunden.
Mitteleuropäische Sommerzeit = UT + 2 Stunden.

Zwerggalaxie
Eigenständige Sternsysteme, welche in der Größe zwischen den Kugelsternhaufen und den normalen Galaxien liegen. Man unterscheidet zwischen sphärischen, elliptischen und irregulären Zwerggalaxien.